Feiner Fußball veranstaltet eine Podiumsdiskussion gegen Homophobie

Unwahrscheinlich scheint, dass sich unter Fuballspielern weniger homosexuelle Männer finden als im Rest der Bevölkerung. Doch während viele Fußballspielerinnen offen zu ihrer Sexualität stehen, hat sich bisher kein aktiver Profifußballer als schwul geoutet. Also wie steht es um die Homophobie im Fußball? Im 21. Jahrhundert im Allgemeinen und in Sachsen im Speziellen? Der Gerede e.V. und  Feiner Fußball (Engagementpreis-2016) luden am 21.9.2017 in der Wanne-Bühne im Stadtteilhaus zu einer Diskussionrunde unter dem Motto #kickouthomophobia!

Als Projekt des Gerede e.V. setzt Feiner Fußball bei Fußballspieler/innen wie Fans gleichermaßen an, um Diskriminierung und Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit in der Fußballwelt sichtbar zu machen. Insbesondere Trainer/innen sollen ein Gespür für genderspezifische Diskriminierung ausbilden. Durch den Abbau von Berührungsängsten werden Akzeptanz und Toleranz gegenüber allen Lebens- und Liebensweisen gefördert.

Unter dem Motto #kickouthomophobia lud Feiner Fußball mit seinem Mutterverein Gerede zur Podiumsdiskussion. In Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Landeshaupstadt Dresden Dr. Stanislaw-Kemenah sollte eine größere Öffentlichkeit geschaffen werden für die Belange der Homosexuellen im Fußball. Auf der Bühne diskutierten Verena Meiwald, die Sportpolitische Sprecherin der Linken im Sächsischen Landtag, Marek Lange und Lars Nitzsche von SG Dynamo Dresden und Tanja Walther-Ahrens, die Sportlerin und Autorin. Die Diskussion moderierte Peter Bienwald, Bildungsreferent der Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen. Ebenfalls auf der Bühne war Jan Duensing, der als Mitbegründer von Feiner Fußball seine Position klar machte: 

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„Ich habe ganz lange gesagt: Wir sind gegen Homophobie, gegen Diskriminierung, gegen Ausgrenzung! Und dann habe ich vor Kurzem mal damit aufgehört und angefangen zu sagen, wofür wir eigentlich sind: wir engagieren uns für Vielfalt und für Akzeptanz und dafür, dass diesen wunderbaren Sport (...) jeder betreiben kann und zwar unabhängig davon, wer wen liebt.“ Es gehe ihm auf den Keks, ständig „dagegen“ sein zu müssen, weil es jene anderen Werte seien, die richtig wären. 

Doch während viele Fußballerinnen, wie Tanja Walther-Ahrens, in ihrer aktiven Profikarriere offen homosexuell leben, hat sich bisher kein männlicher Kollege während seiner aktiven Zeit geoutet. Ob der Hintergrund Homophobie im Fußball oder ein gesamtgesellschaftliches Problem sei, warf der Fanbeauftragte von Dynamo Dresden Marek Lange ein: „Solange es in der Gesellschaft noch keine Normalität ist, dass jeder jeden lieben kann, ist es im Fußball auch schwer, das Normalität werden zu lassen.“

Im Anschluss an die offene Diskussion stellten sich die Gäste den Fragen und Anmerkungen des Publikums. Wer die differenzierten Standpunkte zur politischen und gesellschaftlichen Verantwortung des Fußballs im Detail anhören möchte, kann sich auf Facebook den Mitschnitt der Diskussion anhören.

In einem Punkt waren sich alle Teilnehmer/innen einig: Es gibt noch viel zu tun! 

 

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