ArbeiterKind.de richtet die 26. EAN Jahreskonferenz aus

Das European Access Network hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Zugang zu Bildung und die gerechte Verteilung von Bildungschancen zu fördern. Zu diesem Zweck findet unter anderem eine jährliche Konferenz statt, die mit dem Thema „Sharing Stories of Empowerment: Creating New Strategies for Diversity and Inclusion in Higher Education“ genau auf der Linie von ArbeiterKind.de (Engagementpreis-2008) liegt. Daher ist es nur sinnig, dass ArbeiterKind.de die Konferenz in Partnerschaft mit der Justus-Liebig-Universität Gießen vom 20. bis 22. September 2017 ausrichtet.

Häufig ist die Prophezeiung die Hauptursache für das prophezeite Ereignis.
Thomas Hobbes

Um eine größere Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, ist es notwendig, die Perspektive zu ändern. Die Geschichten jener, die einen anderen Hintergrund haben, als den des klassischen Bildungsbürgertums können den Blickwinkel verschieben und die Stärke von unkonventionellen Biographien zeigen.

Studierende, die ihren eigenen Weg jenseits des vorgezeichneten Pfades suchen, sind jedoch immer noch in der Unterzahl. Während 70 % der Kinder aus Akademikerhaushalten selbst ein Sudium aufnehmen, gehen nur etwa 23 % der jungen Erwachsenen an die Universität, wenn ihre Eltern nicht studiert haben. Dies sind Ergebnisse der Studie Bildungsgerechtigkeit in Deutschland, die im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung vom Institut der Deutschen Wirtschaft durchgeführt wurde.

Das Versprechen vom „Aufstieg durch Bildung“ ist jenes, das auch das European Access Network antreibt: seit 1991 fördern sie einen breiteren Bildungszugang und eine gerechtere Verteilung der Bildungschancen. In Vorträgen und Seminaren erheben sie die Stimme auch für Vielfalt und Inklusion in der Hochschulbildung und vernetzen Akteure miteinander, um best practice Beispiele auszutauschen. Auf Wunsch führt der EAN auch Forschungen und Untersuchungen durch und stellt Dokumente und Ressourcen zur Verfügung. 

Im Executive Committee des EAN sitzt auch Katja Urbatsch. Sie gründete 2008 ArbeiterKind.de, um Studierenden in erster Generation den Einstieg an der Uni zu erleichtern. Oft sind es nicht - oder nicht nur - finanzielle Hürden, die Kinder aus Nichtakademikerhaushalten davon abhalten zu studieren. Mangelnde Rollenvorbilder, Unsicherheit bezüglich des akademischen Alltags und häufig auch einfach der schiere Unglaube, für ein Studium „geeignet“ zu sein, sind Phänomene, mit denen sich Akademikerkinder weitaus seltener auseinandersetzen müssen. 

Katja Urbatsch auf der EAN Konferenz in Strassburg 2013 ©ArbeiterKind.de

 

Damit der individuelle Lebensweg und Erfolg nicht von der sozialen Herkunft abhängig ist, bietet ArbeiterKind.de in peer-to-peer-Mentorings persönliche Unterstützung, die durch mittlerweile über 6000 Freiwillige in 75 lokalen Gruppen geleistet wird. 

Katja Urbatsch ist selbst die erste Akademikerin in ihrer Familie und als solche vertraut mit den Herausforderungen, die ein Studium für Kinder aus Arbeiterfamilien bereithält. In ihrem Buch AUSGEBREMST - Warum das Recht auf Bildung nicht für alle gilt legt sie sowohl ihre eigenen Erfahrungen als auch die strukturelle Ungleichverteilung von Bildungschancen in Deutschland dar. 

Nicht nur Vorlesungen und Hausarbeiten, auch der Austausch mit Kommilitonen und Fachkollegen und der Besuch von Konferenzen und Symposien machen die Studienerfahrung zu einer prägenden Zeit in der eigenen Biographie. Um engagierten ArbeiterKindern die Möglichkeit zu verschaffen, selbst internationale Tagungserfahrung zu sammeln, vergibt ArbeiterKind.de zehn Reisestipendien zur EAN-Konferenz. 

2015 ean konferenz oslo 03 ©ArbeiterKind.de

 

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